ORIENTIERUNGEN
Ausstellung zeitgenössischer Kunst
Dauer: 5.7. - 13.9.2008
Orte:
Kunsthalle Feldbach
Gerberhaus Fehring
Öffentlicher Raum
Eröffnung: 5.7.2008
12 Uhr Kunsthalle Feldbach
15 Uhr Gerberhaus Fehring
Öffnungszeiten: Di - So 11 - 18 Uhr
Führung Kunsthalle Feldbach (ab 6.7.2008): Fr 13, 15 und 17 Uhr, Sa-So 11, 13, 15 und 17 Uhr
Anmeldung zur Führung: Festivalhotline 0800 36 20 36, festivalzentrum@regionale08.at
Formatleitung, Kuratorin: Alexandra Riewe
Wissenschaftliche Mitarbeit, Produktion: Kirsten Patent
Technik / Ausstellungsaufbau: Mit Loidl oder Co. GmbH
Zugänglichkeit:
Dieser Ort bietet gute Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen. Entsprechende Toilettenanlage vorhanden.
Gebärdensprachenführung buchen unter 0800 362 036
Eintritt frei.
Orientierung - die Ausrichtung nach dem Osten, nach dem aufgehenden Licht, ist Synonym für Standortbestimmung, Ausrichtung und Einstellung.
Die Ausstellung ORIENTIERUNGEN stellt in einem Medien-Mosaik und anhand ausgewählter künstlerischer Arbeiten kulturelle Verortungen innerhalb eines Bezugsraumes zur Diskussion, der vereinfacht mit dem Begriffspaar Orient - Okzident bezeichnet wird, als würde es sich dabei um zwei homogene Entitäten handeln.
Wie im Untertitel des Festivals mit „Grenzen und Kongruenzen" angesprochen, eröffnen sich in der Ausstellung ORIENTIERUNGEN differenzierte Lesarten kultureller Identität. Wir sprechen von Grenzgängen und sind uns gleichzeitig bewusst, dass der Begriff Grenze einem Bedeutungswandel unterliegt. Es kann nicht mehr von Trennungslinien zu sprechen sein, sondern vielmehr von Zwischenräumen, einem third space (Homi K. Bhabha) oder fluiden Konzepten.
In der Ausstellung werden die beiden von Joseph von Hammer-Purgstall abgeleiteten Handlungsstränge „Orient als Projektion" und „Diwan in Translation" aufgenommen und auf die beiden Ausstellungsorte Kunsthalle Feldbach und Gerberhaus Fehring aufgeteilt.
Orient als Projektion
Als Prolog wird eingangs zur Ausstellung eine „Ikonostase" errichtet, orientalistische Gemälde aus dem Besitz der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum zeichnen im ersten Teil der Ausstellung die „Orientsehnsucht" der Europäer nach und geben eine Darstellung von Mythen und Klischees, die noch heute unser Bild vom Nahen Osten prägen. Vor dieser Folie der Salonmalerei des 19. Jahrhunderts werden aktuelle Bilder von Auseinandersetzungen mit dem Orient präsentiert, die gleichzeitig die Frage nach neuen Vorurteilen und Klischees aufwerfen.
Mediale Bilder des „Orients"
In einem „Medien-Mosaik" wird sowohl die Differenziertheit wie auch die Gleichschaltung der Satellitenprogramme erlebbar. Ein google-Earth-Mapping bedient sich mit youtube-Videos und wikipedia-Statistiken der populärsten online-tools des raschen aber auch fragwürdigen Zugriffs auf Information. Auch hier verschwimmen die Grenzen zwischen offener Manipulation und bemühter Objektivität.
Diwan in Translation
Babel / Babylon - die Ruinen liegen im heutigen Irak - ist Sinnbild der Sprachverwirrung. Sprache als Instrument der Verständigung, das sich ins Gegenteil kehren kann, als Medium der Integration versus Symbol kultureller Autonomie. Künstlerische Ton und Sprachinstallationen beleuchten unterschiedlichste Facetten der Kommunikation.
Dresscodes
Das Zeichensystem der Kleidung beruht auf ihrer formalen Variabilität. An die unterschiedlichen Form-, Farb- und Materialvariablen sind kultur- und konventionsbedingte Bedeutungen geknüpft. Der Kleidercode definiert Sozialräume und kann darin die Ausgrenzung von oder die Zugehörigkeit zu Bevölkerungsgruppen, Traditionen und Weltanschauungen signalisieren. Fotografien, Dresses und Performance-Dokumentationen bilden künstlerische Auseinandersetzungen mit dieser Thematik ab.
KünstlerInnen: Azra Akšamija (A/BIH) / dresscode21 (A) / Christian Eisenberger (A) / Nezaket Ekici (D/TUR) / G.R.A.M. / reMI (A) / Christoph Grill (A) / Andreas Heller (A) / Barbara Holub (A) / Judith Huemer (A) / Hüseyin Isik (A/TUR) / ISOP / Meta und Maruša Krese (SLO) / Gülsün Karamustafa (TUR) / Katja und Martin V. Krusche, Robert Uranitsch (A) / Petra Maitz (A) / Mariateresa Sartori (I) / Michael Schuster / David Auner (A) / Kurt Stadler (A) / Edda Strobl (A), Elffriede (A/D) / Erwin Talker (A) / Wolfgang Temmel (A) / Gudrun Wallenböck (A) / Manfred Willmann (A)
Orient als Projektion: Engelbert + Monika Kohl / Ethnographische Geo-Expeditionen
Ikonostase: Leihgaben der Neuen Galerie am Landesmuseum
Joanneum / Carl Blaas / Norbertine Bresslern-Roth /
Leo Diet / Carl Leopold Müller / Anton Romako / Alois Schönn



